Lean Production

Lean Production – bedeutete ursprünglich eine Verringerung der Produktionstiefe je Produktionsschritt und Werk (“Schlank durch Abspecken”). Dies wird dadurch ermöglicht, dass die der Endfertigung vorgelagerten Fertigungsschritte auf unterschiedliche Werke im In- und Ausland ausgelagert werden. Die Mitarbeiter sollen verschiedene Aufgaben erledigen können, damit es nicht zur Monotonie kommt, wie bei der früher sehr häufig genutzten Fließbandarbeit. Dies führt aber zu Entlassungen in den einzelnen Betrieben.

Heute versteht man unter schlanker Produktion die aus Japan stammende Untemehmensphilosophie des (bis ins Kleinste gehende) Weglassens aller überflüssigen Arbeitsgänge in der Produktion und in der Verwaltung durch eine intelligentere Organisation. Sie stützt sich auf innovative Veränderungen der untemehmensintemen und extemen Organisation (Kunden, Lieferanten, Gewerkschaft, Kapitalgeber, Kommune) und auf ein neues Selbstverständnis von führenden und ausführenden Akteuren.

Führung – Die Arbeit wird in Arbeit in Gruppen erledigt, wobei der shusa (jap. Boss) mit entsprechenden Kompetenzen und Befugnissen ausgestattet ist und somit ähnlich dem Linienvorgesetzten dem Mitarbeiter fachlich, disziplinarisch und vor allem dauerhaft überstellt ist. Dies ist von Vorteil im Vergleich zu westlichen Projekten da hier oft der Projektmanager keine Durchsetzungskraft gegenüber den Projektmitgliedern hat.

Teamarbeit – Interdisziplinärisches Entwicklungsteam, das dem Projektleiter dauerhaft unterstellt ist. Beiträge zur Team-Arbeit zählen überproportional mehr und werden stark belohnt, es sind sogenannte Projekt-Karrieren möglich. Ein weiteres Erfolgsmerkmal besteht darin, dass das Projektteam von Anfang bis Ende gleich bleibt und somit Identifikation der Mitarbeiter mit dem Projekt gewährleistet ist.

Kommunikation – Im Vergleich zu westlichen Unternehmen die eher durch ihre mangelnde Konfliktfahigkeit tituliert werden, versuchen japanische Projektteams bereits im Anfangsstadium mögliche Konflikte oder Probleme zu lösen. Es stellt kein Problem dar, den anderen zu kritisieren, da es ein positiver Beitrag für das Projekt selbst ist.

Simultanes Engineering – Die sog. Zuliefererbetriebe erhalten einen festeren und wichtigeren Stellenwert da mittels Simultaneous Engineering nicht wie in westlichen Ländern üblich seriell (hintereinander) sondern parallel (gleichzeitig) an neuartigen Produkten Hand in Hand produziert wird.

Ergebnis – Durch die eben beschriebenen Faktoren entwickeln Japaner heute deutlich schneller und effizienter als ihre westlichen Kollegen. So wird z.B. ein neues Auto in 3/4 der Zeit entwickelt die ein amerikanischer Konkurrent benötigt – und dies, obwohl die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in der Automobilindustrie der Amerikaner deutlich höher sind als jene der Japaner.

Wesentliche Merkmale der schlanken Produktion sind:
  • flache Hierarchien
  • mehr Verantwortung und Kompetenz an die “Basis”
  • Eliminierung jeglicher Verschwendung
  • verbesserte Kommunikation unternehmensintern und mit Kunden sowie mit Lieferanten
  • Konzentration auf das Wesentliche
  • Kundenorientierung